Situationsguide für Bolivien

Erst zuhören, dann fragen

Im bolivianischen Geschäfts-WhatsApp ersetzt eine 90-Sekunden-Sprachnachricht oft drei Textabsätze, Danielas Audio über ihren Cousin Álvaro und die Familiendistribuidora Kantuta ist genau so eine Nachricht. Sie schriftlich zusammenzufassen ist der Vertrauenszug, der dich hervorhebt, noch bevor du ihn getroffen hast. Von da an ersetzt eine kurze Fragenreihe, was genau, bis wann, wer entscheidet, und welches Budget sie im Kopf haben, den fertigen Pitch, den zu schicken du versucht bist. Die Budgetfrage erbittet immer ihre Zahl, schlägt nie deine eigene vor; ein echtes Angebot, ein Umfang oder eine Terminzusage kommen später, schriftlich, nachdem du verstanden hast.

Wichtiger Wortschatz

  • una consulta: eine kurze Frage Die universelle bolivianische sanfte Eröffnung für jede Frage, sie nimmt der Frage die Schärfe, bevor du überhaupt fragst.
  • ¿qué necesitan exactamente?: was genau brauchen sie? Die erste und wichtigste Frage, sie hindert dich daran, ein Projekt zu erraten, das noch niemand beschrieben hat.
  • ¿para cuándo lo necesitan?: bis wann brauchen sie es? Der Zeitrahmen bestimmt alles, was du später vorschlägst, frag danach, bevor du etwas annimmst.
  • ¿quién decide el proyecto?: wer entscheidet über das Projekt? In einem Familienbetrieb ist die entscheidende Person nicht unbedingt die, die dir schreibt, danach zu fragen ist praktisch, nicht unhöflich.
  • ¿qué presupuesto tienen pensado?: welches Budget haben sie im Kopf? Diese Frage erbittet IHRE Zahl, nie deine, dein eigenes Angebot kommt später, schriftlich.
  • entiendo que…: ich verstehe, dass… Der Zusammenfass-Zug, in Textform zu wiederholen, was du verstanden hast, schafft schnell Vertrauen.
  • o sea…: das heißt… Der alltägliche Umschreibungs-Konnektor, eine kürzere, lockerere Art, das Gehörte zu spiegeln.
  • la marca / el logo / el catálogo: die Marke / das Logo / der Katalog Die drei konkreten Teile, die sich hinter Danielas vagem „modernizar la marca, todo pues“ verbergen.
  • primero quiero entender bien lo que necesitan: zuerst möchte ich gut verstehen, was sie brauchen Der Satz, der dem Pitch widersteht, sag ihn, und meine ihn auch so, bevor du irgendetwas vorschlägst.

Bolivianisch-spanische Begriffe

  • nomás: nur / bloß (Abschwächer) Im bolivianischen Alltag überall zu hören, mildert oder minimiert „nomás“: „catálogo en papel nomás“ heißt nur der Papierkatalog, nichts weiter, ein kleines Wort mit echtem Informationsgehalt.
  • ¿ya?: ok? (sucht Zustimmung) Eine kurze Bestätigungsfrage, die eine Abmachung besiegelt, „hablá con él, ¿ya?“ ist Danielas Nachfrage, ob du einverstanden bist, keine Frage nach der Uhrzeit.
  • tiendas de barrio: Nachbarschaftsläden Ein riesiger Vertriebskanal in Bolivien, kleine familiengeführte Läden, die per Papierliste oder WhatsApp bestellen, genau deshalb ist Kantutas digitaler Sprung wichtig.

Nützliche Sätze

  • Una consulta: ¿qué necesitan exactamente?: Eine kurze Frage: was genau braucht ihr? Die sanfte Eröffnung plus die wichtigste Frage, in einer Zeile, bereit für einen neuen Kontakt.
  • Entiendo que quieren [X].: Ich verstehe, dass ihr [X] wollt. Das Grundgerüst der schriftlichen Zusammenfassung, fülle [X] mit dem, was du verstanden hast, und schick es zur Bestätigung zurück.
  • ¿Qué presupuesto tienen pensado?: Welches Budget habt ihr im Kopf? Frag nach ihrer Zahl als Platzhalterfrage, schlage oder bestätige nie selbst einen Betrag.
  • Primero quiero entender bien lo que necesitan.: Zuerst möchte ich gut verstehen, was ihr braucht. Der Anti-Pitch-Satz, sag ihn, bevor du deine eigene Arbeit zeigst oder einen Preis nennst.
  • O sea, quieren algo digital.: Das heißt, ihr wollt etwas Digitales. Die lockere Umschreibung, kürzer als „entiendo que“, nützlich mitten im Gespräch, um zu prüfen, ob du folgst.

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Explain Your Work and Business in Bolivia, Spanish

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